Dienstag, 25. Dezember 2012

Supermänner.-

'Geht doch schon mal rein. Die anderen sind schon da, ihr seid die letzten', sagt meine Oma. Die anderen? Welche anderen? Ich betrete das Wohnzimmer und finde dort meine gesamte Verwandtschaft versammelt vor. Alles Leute, die ich seit 7 Jahren nicht mehr gesehen habe. Und jetzt sitzen sie da einfach so. Verrückt. Das erste was mir auffällt, ist mein Onkel, der mit meinem kleinen Cousin darüber diskutiert, ob 1. FC Köln oder Eintracht Frankfurt besser ist. Daneben sitzt seine Frau, die sich kein bisschen verändert hat. 'Hey, Alina', sagt mein Cousin und umarmt mich. H, der einzige, den ich in den 7 Jahren gesehen habe. Als ich ihm das letzte mal begegnet bin, habe ich nach einer Party in sein Auto gekotzt, aber das ist eine andere Geschichte. 'Kommst du mit raus?' Ich nicke. Den Rest des Abends stehe ich mit H. draußen auf dem Balkon und rauche. 'Ich mag diese Familientreffen nicht', erzähle ich ihm. 'Nein, ich auch nicht. Vor allem weil sie sich in Echt hassen. Das ganze Jahr über redet niemand von denen miteinander und jetzt tun sie so, als wäre nichts gewesen. Bist du eigentlich immernoch so assozial?' Er lacht. 'Was meinst du mit assozial?' 'Naja, das mit den Partys, den Drogen und so..' 'Musst du grade sagen.. Wer ist den von allen Schulen im Umkreis wegen Alkohol und Drogen geflogen? Wer hat den auf der letzten Party mit mir gekifft? Du bist nicht besser.' 'Aber ich bin ja auch schon 21.' 'Das ist keine Entschuldigung, H. Am besten beschließen wir, uns ab jetzt zu bessern.' Ich halte ihm meine Hand hin. 'Schlag ein.' 'Wirf erst die Kippe weg', sagt er und lacht. 'Sonst bringt das ja nichts.' Ich werfe sie weg. H. schlägt in meine Hand ein. 'Ich verspreche dieses Jahr keine Drogen mehr zu nehmen', sagt er. 'Haha, sehr lustig.'

 


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen