Donnerstag, 17. November 2011

Unzerbrechlich.-

Tag 94  <-- 100 ! ♥

Heute ist es endlich so weit, J. und ich sind endlich bei Tag 100 (:
Noch 51 Tage und der Rekord ist gebrochen ♥

Hier meine Lebensgeschichte, wie versprochen:

Alles hat angefangen als ich 9 Jahre alt war. Meine Eltern haben sich sehr plötzlich getrennt. Eigentlich war es nicht plötzlich. Sie haben sich vorher nur gestritten, morgens, abends, so ziemlich immer. Sie dachten wir merken es nicht. Ich weiß noch wie ich jeden Abend in meinem Bett lag und ihnen zugehört haben wie sie sich angeschrien haben. Nach einer Weile ist dann eine Tür zugeknallt worden und es war still. Zu still. Ich hatte Angst. So ging das jeden Abend. Aber dann hat es plötzlich aufgehört. Von einen Tag auf den anderen haben sie sich wieder vertragen und ich habe mich total gefreut und dachte dass alles wieder gut wird. Ist es aber nicht. Ungefähr eine Woche später hat meine Mutter schweigend unsere Sachen gepackt und ist mit uns zu meiner Oma gezogen. Das meine ich mit plötzlich. Ich dachte alles würde wieder gut werden und dann sowas... Meine Mutter meinte wir würden nur eine Nacht da bleiben. Von wegen. Aus einer Nacht wurde eine Woche, aus einer Woche wurde ein Monat, und letztendlich waren wir über ein Jahr da. In der Zeit ist mein Vater total abgestürzt. Er wurde aggressiv und depressiv. Er hat mich jeden Tag angeschrien und mir die Schuld für alles gegeben. Ich war total verzweifelt aber ich wusste nicht was ich machen sollte. Mit meiner Mutter konnte ich nicht darüber reden weil sie selber total am Boden war. Nach einem Jahr ist mein Vater dann ausgezogen und wir sind wieder nach Hause gegangen. Meinen Vater habe ich alle 2 Wochen gesehen. Es war okay, ich habe mich daran gewöhnt. Irgendwann konnte ich mich einfach nicht mehr an die Zeiten erinnern als meinVater noch glücklich gewesen war. Aber als ich 12 war, kam alles wieder hoch. Ich wusste nicht wie ich mit meinen plötzlichen Gefühlsausbrüchen umgehen sollte. Ich habe versucht sie zu ignorien aber es wurde immer schlimmer. Noch dazu kam Stress in der Schule und mit Freunden. Irgendwann konnte ich nicht mehr. Ich hatte jahrelang meine Gefühle verdrängt und nun waren sie wieder da und ich war total überfordert. Als ich 13 war, begann ich mich zu ritzen. Ich wusste keinen anderen Ausweg mehr um meinen Gefühlen zu entkommen. Heute weiß ich dass es eine sehr sehr dumme Idee war aber nachher ist man ja meistens schlauer. Ich habe das ungefähr ein halbes Jahr lang durchgezogen, ohne dass es jemand gemerkt hat. Ich wusste nicht dass ich süchtig war, bis ich versucht habe aufzuhören. Ich habe es nicht geschafft und da wusste ich dass ich ein Problem hatte. Ich habe es meinem besten Freund erzählt und er meinte ich sollte zu einem Psychologen gehen. Das wollte ich aber nicht. Ein paar Wochen später habe ich es auch meiner besten Freundin erzählt. Natürlich wusste niemand von ihnen wie er mir helfen sollte, aber alleine schon dass sie es wussten machte vieles leichter. Vor ungefähr einem Jahr kam ich ins Krankenhaus, weil ich Zuckungen an den Armen und Beinen hatte. Die Untersuchungen ergaben aber nichts und deshalb hatten die Ärzte die Vermutung, dass es psychische Ursachen hatte. Als mir die Krankenschwestern Blutdruck messen wollten, sahen sie die Wunden an meinen Armen. Ich hatte versucht, meine Arme so zu drehen dass sie es nicht sehen, aber die sind ja auch nicht blöd. Sie haben es der Krankenhauspsychlogin gesagt, die dann zu mir kam und mit mir darüber redete. Ich wollte nicht dass es jemand erfährt, deshalb habe ich alles abgestritten. Die hat mir auch noch geglaubt. Das Zucken war auch ein paar Tage später noch da, deshalb haben sie noch einen Psychiater aus der Psychiatrie zu mir geschickt. Nachdem ich mich 2 Tage lang auf dieses Gespräch vorbereitet hatte, war ich dann bereit ihm alles zu erzählen. Er war sehr verständnisvoll und hat es mit meiner Erlaubnis meiner Mutter erzählt. Einen Tag später wurde ich entlassen. Meine Mutter war natürlich geschockt aber sie hat es verkraftet. Ich bekam dann Termine in der Psychiatrie und später bei einer Psychologin. Das Zucken ist seit dem nur noch sehr selten und nur für kurze Zeit gekommen. In meinem Bericht für die Psychiatrie stand, dass es durch den Druck des ewigen Geheimhaltens entstanden ist. Im Moment bin ich bei meiner zweiten Psychologin und es geht bergauf. Sie hilft mir sehr und redet auch viel mit meinen Eltern. Heute bin ich froh dass ich es gesagt habe weil es mir dadurch besser geht. Ich habe zwar immernoch Rückfälle, aber wie gesagt, es geht bergauf :)
Tut mir leid dass es so viel geworden ist, danke an alle, die es gelesen haben ;*

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