Samstag, 19. Mai 2012

'Schatz?'
'Ja?'
'Hey, was ist los? Warum weinst du denn?'
'Ich weiß es nicht..'
'Sicher?'
'Ich habe Angst'
'Warum?'
'Ich glaube, ich schaffe das nicht'
'Natürlich schaffst du das! Hey, Schatz, ich helfe dir doch'
'..'
'Du zitterst ja. Ey, tu deine Hand da weg, du sollst doch nicht kratzen!'
'Tut mir Leid'
'Braucht es nicht. Wenn du willst, kannst du meinen Arm aufkratzen, aber deinen nicht'
'Nein, ich will dir nicht wehtun'
'Das verkrafte ich schon. Ist mir immernoch lieber wie wenn du dich kratzt'
'Nein, Jo. Das kann ich nicht'
'Okay..'

Und ein weiteres Mal sitzen wir schweigend nebeneinander, ich am heulen, er überfordert mit mir.
Ich habe Angst ihn dadurch zu verlieren, aber schließlich war er derjenige der wollte, dass ich mit Schneiden aufhöre.. Das sind die Situationen, in denen ich einen unbeschreiblichen Hass auf mich selbst habe, weil ich es einfach nicht schaffe, normal zu sein.

Ich bin wieder da (:

Psychiatrie war nicht gut, aber was hatte ich erwartet.
Aber meine Laune im Moment ist sehr gut (:
Seit mittlerweile 3 Wochen bin ich mit dem wunderbarsten Jungen dieser Welt zusammen ♥
Okay ich glaube das interessiert niemanden, aber er macht mich wirklich glücklich. Dank ihm bin ich seit 40 Tagen clean und er hilft mir wirklich sehr.
Ich hoffe euch geht es auch gut und ich bin immer wieder gerührt, was ihr mir alles schreibt, auch wenn ihr wisst, dass ich wahrscheinlich gar nicht oder erst später antworten kann.
Danke dafür, ihr seid einfach die Besten :*
Ich habe euch alle so vermisst aber ich hoffe ihr verzeiht mir, dass ich nicht mehr so oft kommen kann.
Ich würde wirklich gerne aber meine Mutter erlaubt es mir nicht. Sie macht sich im Moment sehr viele Sorgen, auch wegen Jo. (mein Freund). Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich denken, ihr wäre es lieber wenn er nicht da wäre, ich jeden Abend mein Glas Wodka trinken würde, anschließend meine Beruhigungstabletten und Schlaftabletten nehmen würde und mich dann in den Schlaf heulen, um dann zwei Tage später den nächsten Rückfall zu haben.
Natürlich ist es nicht perfekt. Ich habe immernoch meine Panikattacken und Situationen, in denen ich lieber springen würde als stehenzubleiben, aber es ist weniger geworden.
Ich kann wieder leben. Ich kann wieder lachen und mich über Dinge freuen. Ich bin wieder glücklich. Ich esse wieder halbwegs normal und ich habe wieder Kraft, zu kämpfen.
Und ich will es schaffen, ich will es unbedingt.

And there will come times in your life, in which you will be very sad or angry. These times will not stay forever, but god will.
You don't need to be anyone's hero, you just need to live your life in your own, perfect way.

Das sind Sätze, die mir in den letzten Wochen geholfen haben, durchzuhalten.

Ich liebe dich :* ♥
Jaa, und genau so muss ich auch immer auf den Zehenspitzen stehen, nur weil ich so klein bin :O :D

Ich versuche mich öfters zu melden, aber ich kann leider nichts versprechen.







Dienstag, 13. März 2012

Ich laufe. Ich laufe davon. Und erst wenn ich nichts mehr spüren kann... ... komm ich an.-

Ich weiß dass du es schaffen kannst. Du bist ein starkes Mädchen.

Nein Mama. So sehr ich auch wünsche, dass es so wäre, es ist nicht so. Wäre ich stark, würden wir diese Diskussion nicht führen. Wäre ich stark, würden wir hier nicht in dieser Praxis sitzen. Wäre ich stark, müsste ich auch in keine Klinik. Wäre ich stark, hätte ich keine Narben an den Armen. Wäre ich stark, hätte ich gestern Abend kämpfen können und keinen Rückfall gehabt.
Es tut mir Leid, Mama, aber ich bin nicht stark.


Das ist für Tony. Weil er mir heute genau das gegeben hat was ich brauchte. Und weil es nicht peinlich ist das hier zu schreiben weil er es eh nicht lesen kann :D love you, boy ♥

Dienstag, 28. Februar 2012

Das Ende naht, ich kann es spürn in der Luft, zwei Finger geküsst, zum Himmel, der war für meine Jungs.-

Es ist Sommer. Sie sitzen beim Abendessen. Draußen im Garten glüht noch die Sonne. Die Tür steht weit offen. Vogelgezwitscher dringt herein. Ilka trägt das blaue Kleid, das er so mag. Es schmiegt sich an ihren Körper. Die silberne Kette, die er ihr zum Geburtstag geschenkt hat, schimmert auf ihrer gebräunten Haut. Ilka ist gerade vierzehn geworden. Sie ist so schön, dass Ruben sie am liebsten immer und immerzu malen will. Der Vater liest Zeitung. Eine Fliege summt träge am Fenster entlang. Die Mutter erzählt irgendwas. Niemand hört ihr zu, doch das scheint sie nicht zu stören. Ilka pustet sich eine Haarsträhne aus der Stirn. Ihr Gesicht ist von der Hitze leicht gerötet. Ruben verspürt eine unbändige Lust, sie zu küssen. Er nimmt sein Glas und hebt es an die Lippen. In diesem Moment sieht Ilka ihn an. Ihr Blick ist gleichgültig. So gleichgültig, dass es wehtut. Ruben setzt das Glas ab, ohne zu trinken. Er greift nach dem scharfen Messer, das auf dem Teller mit den Tomaten liegt, und drückt sich die Schneide tief in den linken Handballen. Ilkas Augen weiten sich vor Entsetzen. Die Mutter redet weiter. Sie hat nichts bemerkt. Ruben umschließt die Schnittstelle mit den Lippen und leckt das Blut ab, ohne Ilka aus den Augen zu lassen. Sie starrt ihn an. Die entsetzliche Gleichgültigkeit ist aus ihrem Blick verschwunden. Ruben bemerkt, dass ihre Hände zittern. Sie versteckt sie unterm Tisch.
                                                                                             -Der Mädchenmaler-

Bitte wundert euch nicht, wenn ihr mehrere Wochen, oder sogar mehrere Monate nichts von mir hört. Ich werde in die Psychiatrie gehen, und ich weiß nicht, wie lange. Ich schaffe es einfach nicht alleine. Es tut mir Leid.


Ein letztes Flackern. Das Licht erlischt.-

Sonntag, 19. Februar 2012

'Glaub ja nicht dass du das mit dem Schneiden einfach so fortführen könntest. Noch einmal und du bist in der Psychiatrie, aber wirklich nur zu deinem eigenem Schutz. Wenn du es alleine nicht schaffst, die Kette zu durchbrechen, dann müssen es eben andere tun, sonst gewöhnst du dir das zu sehr an.'
Worte meiner Psychologin.

Ich bin aber noch da, auch wenn ich nicht mehr so oft bloggen kann. Und ich werde nicht in die Psychiatrie gehen, nein, ich werde kämpfen, für mich und für die kleine Babykatze, die ich demnächst bekomme.♥

Ich kehre mein Innerstes nach außen,
und zeige euch meine Narben,
eingeschnitten in die Seele
die ich tief im Inneren trage.
Alles Leid, all der Hass
und auch die Angst,
die ich empfand.
All der Schmerz und all die Wut
hab ich innerlich verbrannt.
In den Kerker meiner Seele,
Folterknecht bin ich hier selbst,
zerstöre meine eigene Welt.
Tod ist das was ich eins liebte.
Kein Gefühl darf überleben,
alles was mich berühren könnte
muss vergehen.
Wie oft stand ich am Abgrund,
den Tod in meinen Augen,
den kalten Schweiß auf meiner Haut
und habe mich doch nicht getraut.
Wie oft ritzte ich schon Linien
tief und Rot in meine Haut.
Narben schreien leise
doch ich schrei jetzt laut!

Und falls ihr es noch nicht bemerkt habt, das Fresstagebuch ist erstmal eingestellt. Dafür blogge ich einfach im Moment zu selten, sorry.

Freitag, 10. Februar 2012

DIE WELT HAT MICH ZURÜCK!! ICH BIN WIEDER DA!! (:

Wie oben geschrieben, ich bin wieder da (:
Meine Mutter hatte für eine Weile meinen Laptop aber jetzt darf ich ihn manchmal haben. Ich werde zwar nicht so oft bloggen wie früher aber ich versuche es einmal pro Woche zu schaffen. Ein großes Dankeschön an euch dass ihr mir während meiner Abwesendheit sowohl in Schülervz als auch hier treu geblieben seid ;* Das hätte ich echt nicht gedacht und das macht mich wirklich sehr glücklich.
Viel Neues gibt es allerdings nicht aus meinem Leben zu berichten, mein Praktikum ist vorbei, ich müsste wieder in die Schule gehen aber ich bin noch bis Montag krankgeschrieben. Geschnitten habe ich mich seit ca. 2 Wochen auch nicht mehr und ich versuche mich in der Schule zu bessern.
Den Eintrag den ihr unten seht habe ich angefangen zu schreiben als meine Mutter mir meinen Laptop weggenommen hat, ich habe ihn jetzt fertiggeschrieben und veröffentlicht (:
Danke nochmal, ihr seid wirklich die Besten! ♥ :*

"Sei nicht wie sie." Denn das Ungeheuer hat zwei Möglichkeiten, dich zu zerstören. Es kann dich fressen - oder es kann dich selbst in ein Ungeheuer verwandeln. Gewinnen wird es in jedem Fall.
(Nicholas Dane, Seite 193)

Es tut mir Leid, dass ich im Moment nicht so oft bloggen kann, aber ich habe Praktikum und da muss ich lange arbeiten. Aber ich blogge spätestens am Dienstag wieder. Praktikum ist ganz gut, nur mein Chef hat mir alleine heute 3 mal in den Finger gestochen, nur um meinen Colisterinwert herauszufingen. Morgen folgt dann Blutzucker, BMI...
Nicholas Dane, das Buch lese ich zur Zeit. Es ist schockierend, es ist grausam, es ist triggernd, aber es ist WAHR. Es beschreibt alles genau so wie es ist. Und wer es gelesen hat, versteht vielleicht, warum ich nicht in die Psychiatrie will. Nicht dass es da so wäre, nein. Aber das Gefühl ist das gleiche.

Am Dienstag bei meiner Psychologin war es okay.. *Gedankensprung*
Ich betrete den Raum. Sie sitzt direkt vor mir, es gibt kein Entkommen. Zögernd schließe ich die Tür und setze mich zu ihr an den Tisch, auf den blauen Stuhl. Sie sieht mich an. 'Du bist dünner geworden', bemerkt sie. 'Dein Gesicht ist schmaler.' 'Das liegt an der Frisur', antworte ich trocken. Warum hatte ich meine Haare nicht offen gelassen? War ja klar, dass sie wieder irgendetwas finden würde, um mit mir über meine Magersucht diskutieren zu können. Wir unterhalten uns über unwichtige Dinge, Schule usw. Frag nicht nach dem Schneiden, Frag nicht nach dem Schneiden, Frag BITTE nicht nach dem Schneiden! 'Und wie läufts mit dem Ritzen?', fragt sie 5 Minuten vor Schluss. 'Schlecht', antworte ich und starre sie an. "Was heißt denn schlecht?" "Schlecht eben."