Wenn meine Welt aus Glas wär', glaube mir, würde ich mit Steinen werfen.
Sonntag, 14. Juli 2013
Ich bin seit Mittwoch in der Kurklinik. Mit den anderen Teenagern verstehe ich mich nicht gerade gut, weil sie mich wegen meinen Style nicht akzeptieren, aber das ist nicht weiter schlimm. Ich hatte sowieso nie vorgehabt, mich mit Ihnen anzufreunden. Mir bleiben immer noch meine Schwester und N. N ist ohne Begleitung in der Klinik und wir sind in der selben Therapiegruppe. Er ist wegen ADHS und Asthma hier. Über die Tage hat sich zwischen uns ein stilles Abkommen entwickelt. Wir sitzen beim Essen zusammen, er isst meinen Nachtisch und stellt keine Fragen zu den Tabletten, die ich zu jedem Essen nehme. Im Gegenzug frage ich ihn nicht nach dem Inhalt der kleinen Tasche, die ich für ihn in meinem Schrank verstecke, weil mein Zimmer im Gegensatz zu seinem nicht kontrolliert wird. Er gibt mir von seinen Zigaretten ab, dafür verschaffe ihm abends ein paar Stunden Freizeit, indem ich vorgebe, mit ihm joggen zu gehen, damit er nicht an seinem Pflichtprogramm teilnehmen muss. Reden tun wir nicht viel, wenn dann über Belangloses. Ein weiterer Vorteil ist, dass ich Abends nicht alleine bin, wenn meine Panikattacken kommen. Ich weiß nicht, warum es schlimmer geworden ist, seitdem ich hier bin. Vielleicht erinnert mich die Klinik an die Psychiatrie. Ich bin jedenfalls froh, dass N. da ist. Ich glaube, mit ihm zusammen kann ich die 3 Wochen hier ganz gut rumkriegen.
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