Ich steige aus dem Auto. Laufe auf unser Haus zu. Rutsche aus weil ich meine Beine nicht spüre. Emotionslos laufe ich weiter. Meine Lippen zittern. Als ich drinnen bin stelle ich mich vor den großen Spiegel im Flur. Kalte, leere Augen starren mich an. Mein Mund steht leicht offen, meine Lippen zittern immernoch. Ich will irgendetwas tun, irgendetwas sagen, aber mein Körper gehorcht mir nicht. Ich stehe nur da, und starre den Spiegel an. 'Wer bist du?', meine Lippen bewegen sich leicht aber kein Laut dringt aus ihnen hervor. Ich hebe meine Hand und lege sie auf den Spiegel. Dann hole ich aus und schlage mir links und rechts ins Gesicht. Dort, wo die Hand meine Wangen getroffen hat, färben sie sich leicht rot und ich nutze diesen kurzen Moment des Schocks und zwinge meine Beine sich zu bewegen. Ich gehe langsam die Treppe hoch, in mein Zimmer, setze mich auf mein Bett und starte den Laptop. Vielleicht würde das mich ablenken. Ich sehe die vielen Nachrichten und Pinnwandeinträge, aber meine Finger bewegen sich nur langsam und schwerfällig über die Tastatur und hinterlassen nur zusammenhanglose Sätze. An bloggen ist gar nicht erst zu denken. Also gebe ich es auf und klappe den Laptop wieder zu. Da sitze ich, am 1.1.12, in meinem Zimmer und fühle nichts, rein gar nichts. Zeit für Experimente. 'Zeig mir dass du am leben bist!' denke ich und schneide mir mit der Klinge in meinen Arm. Blut - Ein Zeichen von Leben. Langsam erwache ich aus meiner Starre. Erst jetzt merke ich, dass ich Schmerzen habe. Schmerzen, nicht schlecht, nein - Ein Zeichen von Leben. Tränen fließen über mein Gesicht. Gefühle - Ein Zeichen von Leben. 'Ich lebe!' denke ich und muss lächeln. 'Ich lebe!'

du schreibst so schön!
AntwortenLöschenich weiß, du wirst das hier nicht zum ersten mal hören und wahrscheinlich geht es dir schon total auf die nerven, aber bitte bleib stark und lass dich nicht unterkriegen - es werden bessere zeiten kommen, da bin ich mir sicher!